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Zur Gründung und Geschichte

Der Arbeitskreis Asyl - Mendener Bündnis gegen Rassismus hat sich im September 1992 gegründet. Der Zusammenschluss ist eine bunte Mischung - 14 bis 16-jaehrige treffen sich mit 60 bis 70-jaehrigen, dazwischen fast jedes Alter.
Darunter Schüler, Angestellte, Arbeitslose, Theologen, Lehrer, Rentner..., aus verschiedenen politischen Richtungen, die einen gehen aus beruflichen oder anderen Gründen, andere kommen hinzu, so dass im Schnitt 15-20 Aktive die Arbeit kontinuierlich machen.
Im Jahre 1995 bekam der Arbeitskreis Asyl - Mendener Bündnis gegen Rassismus vom Finanzamt Iserlohn die Gemeinnützigkeit zuerkannt.



Der Anlass waren damals:

die Vorfälle in Hoyerswerda und Rostock

permanente Übergriffe gegen Ausländer und Flüchtlinge in der BRD

die pogromartige Situation in der BRD

und ganz allgemein eine offizielle Politik der Bundesregierung, die zunehmend Ausländer und Flüchtlinge zu Sündenböcken machte und so zunehmend Übergriffe gegen Flüchtlinge auch in Menden wahrscheinlich werden liess.



Die Situation in Menden speziell

Morddrohungen gegen Mile Prerad, einen in Menden langeingesessenen Handwerksmeister und Künstler

Diskussionen, auf dem freiwerdenden Gelände der britischen Kaserne ein Sammellager für Asylbewerber einzurichten

eine Bürgerinitiative gegen dieses Sammellager, weil man keine Ausländer in der Nachbarschaft haben wollte.

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Ziele in Menden

Politische Ziele:

eine Gruppe zu bilden, um gegen diese Stimmung anzugehen

gegen diese menschenverachtende politische Meinung vorgehen

Ausländern und Flüchtlingen Schutz anbieten und gewähren

politische Arbeit gegen die Änderung des §16 GG

Die erste öffentliche Aktion war eine Anzeige mit 150 Unterzeichnern,die ankündigten, keine Übergriffe gegen Ausländer in Menden zu dulden: Es wurde eine Telefonkette organisiert, die bei eventuellen Übergriffen bereit gestanden hätte.

Praktische Ziele:

konkrete Arbeit in den Heimen

Verbesserung der Situation der Flüchtlinge

Informationen über die Situation der Flüchtlinge in ihren Heimatländern und in Deutschland

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Folgende Aktionen wurden im Laufe der Zeit durchgeführt

... zuerst

Flugblätter und Informationsveranstaltungen Über die Lage der Flüchtlinge in Menden und Über Asylbewerber allgemein

Teilnahme an einer bundesweiten Demonstration gegen den §16 GG

Tausch von Warengutscheinen gegen Bargeld

Kinderbetreuung, alltägliche Hilfen, Kontakte, Verfahrensberatung für die Flüchtlinge in den Mendener Heimen

"Gegenlesung" - eine Lesung aus Amnesty - Berichten in der Fussgängerzone

Informationen und Musik im Bürgersaal

Alle diese Aktionen wurden mit großem Interesse angenommen.

...es folgten

Unterschriftenaktionen für die Einführung einer doppelten Staatsbürgerschaft in Deutschland

Arbeit für ein Bleiberecht für Deserteure aus dem ehemaligen Jugoslawien

Planspiel an Mendener Schulen
Ziel: die Schüler sollen lernen, sich in die Lage von Ausländern in Deutschland zu versetzen, etwas über sie zu erfahren und so ein Verständnis für die schwierige Lage der Ausländer in Menden zu entwickeln

Ausländerfest im Biebertal 1993 (und 1995)
Dieses Ausländerfest wurde ebenfalls aufgrund der Morddrohungen gegen Mile Prerad initiiert als ein Fest der Völkerverständigung. Der AK Asyl wurde zunächst nicht eingeladen, weil hier keine Politik gemacht werden sollte. Auf massiven Druck von Mile Prerad wurde die Einladung dann aber doch noch ausgesprochen.

Woche des Deserteurs

Einladung von Ludwig Baumann, Aktion in der Fussgängerzone...

Newroz Ende 1996
eine Theateraufführung der Berliner Compagnie mit dem Titel "Newroz - kurdische Tragödie - deutsche Farce" führte in der Stadt Menden zu großem Aufsehen und schrieb so als "Mendener Farce" eigene Geschichte

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Politische Situation im Lauf der Jahre

die faktische Abschaffung des § 16GG im Jahre 1993

der Zuzug für Flüchtlinge wurde erschwert/nahezu unmöglich

es gab vermehrt Abschiebungen

es gibt keine akzeptable Lösung für Bürgerkriegsflüchtlinge

ethnische Verfolgung ist kein Asylgrund

für den AK Asyl ist der Kontakt zu den meisten Flüchtlingen nicht möglich, da diese nun bereits an der Grenze oder auf dem Flughafen zurückgeschoben werden

Kirchenasyl ab 1994

Unterstützung und Beteiligung am Kirchenasyl in der Evangelischen Kirche Lendringsen

Kooperation mit den "Christen gegen Rassismus" aus Lendringsen, da hier ein politischer Konsens gesehen wurde

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konkrete Arbeit mit den Flüchtlingen im Lauf der Jahre

Einrichtung von Notruf-Telephonen

Absprachen mit Polizei und Feuerwehr und Verbesserung des Feuerschutzes

die Unterbringungen stellen eine untragbare Situation dar
--> dies stellt ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar

Versuche, Arbeit und Wohnung zu vermitteln

Umzugshilfen

Einrichtung von Spielzimmern in den Häusern

praktische Tips (wie z.B. Müll sortieren)

Organisation von Nachbarschaftsfesten

Hausaufgabenhilfe, Kinderbetreuung

wöchentliches Café International auf der Kluse als Möglichkeit, sich regelmässig zu treffen,

Fussballturnier im Huckenohlstadion

Zusammenarbeit mit dem Sozialamt
--> das anfängliche gegenseitige Misstrauen ist einer guten Kooperation von Ak Asyl und Sozialamt gewichen
Ein Brand im Bieberkamp konnte nur als Zeichen für die katastrophalen Zustände in den Häusern gesehen werden; es gab schnelle unbuerokratische Hilfe und eine gute Zusammenarbeit mit Sozialamt

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Momentane Situation

insgesamt richtet sich die politische Lage in Deutschland immer stärker gegen Ausländer und Flüchtlinge

Diskussionen um "innere Sicherheit" macht ausländerfeindliche Stimmung und stempelt die Ausländer zu Sündenböcken

Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes auf 80% der Sozialhilfe d.h., es wurde also festgeschrieben auf 20% unter dem Lebensminimum

auch der Wechsel der Bundesregierung hat hieran bislang noch nichts ändern können.
Vielmehr argumentiert auch der neue Innenminister Schily mit ähnlichen "Das Boot ist voll" - Parolen wie sein Vorgänger Kanther

die Situation in Menden ist entzerrt und es gibt keine offene Ausländerfeindlichkeit

enge Kontakte nach Bosnien und in die Türkei

neue Form der Zuweisung aus der Betreuungspauschale ermöglicht kontinuierliche Deutschkurse für die Erwachsenen und Hausaufgabenbetreuung. So kann wieder eine professionellere Hilfe gewährleistet werden

statt Warengutscheinen wird nur noch Bargeld ausgezahlt

die Diskussion um die Unterschriftenaktion der CDU zur doppelten Staatsbürgerschaft ermöglicht es in bisher unbekanntem Maße, ausländerfeindliches Gedankengut offen zu äußern.
Der Arbeitskreis Asyl ruft zu einer Unterschriftenaktion gegen die CDU-Aktion auf, um gegen diese Stimmung ein deutliches Zeichen zu setzen
Siehe auch Der AK Asyl zur doppelten Staatsbürgerschaft